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Der geriatrische Patient und seine Ernährungsprobleme

Eine Frau namens Jeanne Calmet, aus Südfrankreich, wurde im selben Jahr wie Thomas Mann geboren und Vincent Van Gogh hat sie persönlich gekannt. Sie wurde 122 Jahre alt und ist somit der älteste Mensch der jemals gelebt hat. Sie hatte das Glück in guter Gesundheit alt zu werden, dieser glückliche Umstand wurde Ihr höchstwahrscheinlich in die Wiege gelegt, denn viele schwere Erkrankungen werden nachgewiesenermaßen vererbt.



Trotz dieser Tatsache kann eine positive Lebenseinstellung und ein gesunder Lebenswandel (Nichtrauchen, ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung, etc.) dazu beitragen länger gesund zu bleiben bzw. Krankheiten besser zu überstehen.

 

Lebenserwartung in Österreich

In Österreich werden derzeit Männer durchschnittlich 75, Frauen durchschnittlich 81 Jahre alt. Bis zum Jahre 2050 wird die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer auf 81, jene der Frauen auf 86 Jahre steigen. Frauen leben zwar länger, verbringen aber einen höheren Anteil ihrer Lebenserwartung mit funktionellen Behinderungen oder Krankheiten, die so schwer sind, dass sie für wichtige Tätigkeiten des täglichen Lebens oder sogar für wichtige persönliche Verrichtungen die Hilfe Dritter benötigen.

 

Ein geriatrischer Patient - wodurch kann er gekennzeichnet sein?

  • Höheres biologisches Alter
  • Multimorbidität (gleichzeitiges Auftreten mehrerer Krankheiten)
  • Änderung der Pharmakokinetik (Einfluß der Arzneimittel auf den Organismus)
  • Uncharakteristischer Krankheitsverlauf
  • Verzögerte Rekonvaleszenz (Genesung)
  • Hoher Rehabilitations- bzw. Remobilisationsbedarf
  • Intellektueller Abbau
  • Risiko der Pflegebedürftigkeit

Mit zunehmendem Alter kann es in allen Organen zu regressiven Veränderungen und damit verbunden zu einer Reduktion der Organfunktionen kommen. Die Änderung von Organgewicht und Organfunktion bis zum 75./80. Lebensjahr können folgendermaßen aussehen:

 

Gesamtkörperwasser - 30 %
Muskelmasse - 30 %
Vitalkapazität - 45 %
Atemstoßwert (FEV1) - 55 %
Gehirngewicht - 45 %
Zerebrale Durchblutung - 20 %
Nervenleitgeschwindigkeit - 10 %
Kardiales Schlagvolumen - 30 %
Maximale Herzfrequenz - 25 %
Glomeruläre Filtration - 30 %
Nierendurchblutung

- 50 %

 

Im Vordergrund sollte, neben der Gesundung des(r) Patienten(in) auch das Erreichen einer hohen Lebensqualität, die Wiederherstellung von Mobilität und Autonomie sowie die Reintegration in das soziale Umfeld stehen.

 

Der Ernährungszustand geriatrischer Patienten

In der Bethainen-Studie (BEST) wurde der Ernährungszustand von 300 über 75jährigen PatientInnen bei der Aufnahme ins Krankenhaus untersucht. Schon vom bloßem Anblick konnte fast ein Viertel der PatientInnen als unterernährt eingestuft werden. Nach genaueren Untersuchungen wurde festgestellt, dass rund 60 % im Bereich lebensnotwendiger Nährstoffe (v. a. Vitamine) unterversorgt waren (siehe Tabelle). Dieses Ergebnis ist keinesfalls als Einzelfall zu werten, da zahlreiche internationale Studien auf ähnliche Ergebnisse kommen.

 

Untersuchungsparameter Bei ..% der Betagten ist die Nahrungsaufnahme zu Hause ungenügend Bei ..% der Betagten ist die Nahrungsaufnahme in Institutionen ungenügend
Körpergewicht (BMI)1
-
57 - 60%
Kalorien
29 - 33&
5 - 18%
Protein
2 - 15%
0 - 33%
Calcium
37%
0 - 54%
Phosphor
3%
0%
Eisen
-
5 - 35%
Zink
76%
21%
Vitamin A
11%
5 - 13%
Vitamin D
72%
63 - 77%
Vitamin E
44%
-
Vitamin C (Ascorbinsäure)
5%
0 - 40%
Vitamin B1 (Thiamin)
8%
7 - 30%
Vitamin B2 (Riboflavin)
4%
0 - 34%
Vitamin B6 (Pyridoxin)
85%
57 - 100%
Folat
77%
37%
Vitamin B12
31%
-

Legende: 1BMI (Body-Mass-Index) = Körpergewicht (kg) / Körpergröße (m)2

 

Wünschenswerter BMI (> 65 Jahre): 24 - 29

 

Wo liegen die Ursachen für die Mangelernährung?

  1. Zu geringe Nahrungsaufnahme (viele Senioren erreichen die empfohlene Zufuhrmenge an lebensnotwendigen Nährstoffen nicht).
  2. Appetitlosigkeit, wahrscheinlich hervorgerufen durch veränderte Hunger- und Sättigungsregulationen im Alter.
  3. Körperliche Beschwerden und Depressionen können Ursache einer Mangelernährung sein.
  4. Im Krankenhaus stellen vor allem die ungewohnte Umgebung, die Umstellung der Mahlzeiten sowie fehlende Bezugspersonen ein Problem dar.
  5. Medikamente können beispielsweise den Mund austrocknen und somit das Essen erschweren oder sie vermindern die Aufnahme lebensnotwendiger Nährstoffe (z. B. Antibiotika, Antikonvulsiva).

 

 

Welche Folgen kann eine Mangel- und Unterernährung haben?

  • Eine Verringerung der Vitalität, die Einschränkung der Lebensqualität und der Lebenserwartung.
  • Allgemeine Schwäche, insbesondere der Muskeln, verbunden mit einem höherem Risiko für Stürze und Knochenbrüche.
  • Ein geschwächtes Immunsystem und eine damit verbundene erhöhte Infektanfälligkeit.
  • Verschlechterte Wundheilung und erhöhte Gefahr von Druckstellen durch Wundliegen.
  • Verzögerte Genesung nach einer akuten Erkrankung.

 

Welche Lösungsansätze gibt es?

  1. Verbesserung des Nahrungsangebotes zu Hause, in Kliniken und Betreuungseinrichtungen (Wunschkost, Zwischenmahlzeiten, spezielle Kost bei Kau- und Schluckbeschwerden sowie anderer Erkrankungen z. B. Diabetes, Fettstoffwechselstörungen).
  2. Kontrolle des Eßverhaltens und die Beurteilung der aufgenommenen Nahrung (wäre auch bei Hauszustellung wünschenswert).
  3. Erfassung möglicher Störfaktoren und deren Beseitigung.
  4. Angenehme Atmosphäre und Zuwendung beim Essen.
  5. Die Verwendung von Nahrungsergänzungen und Flüssignahrung sollte gegebenenfalls in Erwägung gezogen werden.

 

TIPPS der Ernährungswissenschaftlerin:

  • Trinken bzw. essen Sie ausreichend Milch und Milchprodukte - sie liefern u. a. wertvolles Kalzium für Ihre Knochen (Osteoporosevorsorge) und Zähne.
  • Mit Hilfe selbst gepreßter oder gekaufter Frucht- oder Gemüsesäfte (100 % Fruchtanteil) können Sie dem Körper auf genußvolle Art und Weise wertvolle Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Ballaststoffe zuführen.
  • Falls Sie Gemüse oder Kartoffeln nicht gut kauen können, pürrieren Sie diese nach dem Kochen oder bereiten Sie sich eine Suppe daraus vor.
  • Vollkorn-Getreidebreie aus Hafer- oder Hirseflocken sowie feinem Weizengrieß versorgen Sie u. a. mit B-Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen.
  • Mageres Fleisch (z. B. Hühner- oder Putenbrust) sollte 1 - 2 x und Fisch mindestens 1 x pro Woche auf dem Speiseplan stehen. Fleisch enthält viel Eiweiß, B-Vitamine und Eisen, der Fisch liefert weiters Jod und mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren).
  • Essen Sie pro Tag mehrere kleine Mahlzeiten und trinken Sie mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit (Früchte- oder Kräutertees möglichst ungesüßt oder mit Süßstoff, kohlensäurearmes Mineralwasser, Leitungswasser, etc.).
  • Unter Umständen können flüssige vollbilanzierte Formeldiäten oder Nahrungsergänzungen hilfreich sein (Fragen Sie dazu Ihren ArztIn oder ApothekerIn).

 

"Flüssige Vitaminbombe"

Zutaten für 4 große Gläser Fruchtsaft:

    4 große Orangen 1 Mango
    ½ - 1 kleine Ananas
    1 großer Apfel
    1 Kiwi
    1 kleine Banane

Die Orangen pressen und anschließend den Saft in den Standmixer leeren. Mango, Ananas, Apfel, Kiwi und Banane schälen, würfeln und ebenfalls in den Mixer geben - mixen, in Gläser füllen und einfach genießen.

 

TIPP:

Anstatt gepreßtem Orangensaft und Ananas können Sie auch die 100% Fruchtsäfte verwenden (sind etwas süßer).
Sie können jegliches kernloses Obst, welches Sie gerade zu Hause haben, verwenden.

 

Pro Portion ca.: 115,5 kcal; 1,4 g Eiweiß; 0,8 g Fett; 25 g Kohlenhydrate

 

Werden Sie wieder vital und voller Lebensfreude für ein langes schönes Leben !!!!!!!

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SA: 08:00 - 12:00 UHR

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